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Neuroplastische Symptome: Tinnitus, Schwindel, Erschöpfung, Reizdarm und viele mehr

Ja: Beschwerden wie Tinnitus, Erschöpfung, Schwindel oder ein Reizdarm können vom Nervensystem erzeugt und aufrechterhalten werden – auch ganz ohne Schmerzen.

Es sind Alarm- und Stresssignale. Das Nervensystem meldet damit, dass ihm gerade alles zu viel ist. Und das Entscheidende: Der Auslöser muss dafür nicht mehr aktiv sein. Der Alarm kann weiterlaufen, lange nachdem der ursprüngliche Stress vorbei ist.

Was sind neuroplastische Symptome? Beschwerden – Schmerzen eingeschlossen –, die das Gehirn aus einer körperlichen oder emotionalen Verletzung oder aus einer früheren Erfahrung gelernt hat. Sie bestehen fort, ohne dass ein struktureller Schaden vorliegt. So beschreibt es das Programm „Freedom from Chronic Pain“ von Dr. Howard Schubiner und Hal Greenham.

Das ist keine Randmeinung. Die Mediziner und Therapeuten, auf deren Arbeit dieser Ansatz zurückgeht – Dr. Howard Schubiner und Alan Gordon –, beschreiben ausdrücklich nicht nur Schmerzen, sondern auch Ohrgeräusche, Schwindel, Erschöpfung, Schlafstörungen, Übelkeit und Reizdarm als mögliche Folge eines Nervensystems im Daueralarm.

Was bedeutet „neuroplastisch“ – und warum ist das eine gute Nachricht?

Das Wort besteht aus zwei Teilen. „Neuro“ steht für die Nerven und das Gehirn, also für das gesamte Nervensystem. „Plastizität“ heißt Formbarkeit: Das Nervensystem verdrahtet sich ständig neu, verändert und formt sich – je nachdem, was wir erleben, fühlen und wiederholen.

Neuroplastische Schmerzen und Symptome sind deshalb erlernt. Sie entstehen durch Konditionierung: Das Nervensystem verknüpft bestimmte Situationen, Gefühle oder Körpersignale mit Gefahr. Mit jeder Wiederholung wird diese Verknüpfung stärker, bis der Alarm fast automatisch anspringt – auch dann, wenn im Körper kein Schaden (mehr) vorliegt. Wie das bei Schmerzen aussieht, beschreibt die Seite Chronische Schmerzen ohne klaren Befund.

Und genau darin liegt das Positive – in der Nachricht und im Wort selbst: Was formbar ist, ist veränderbar. Was das Nervensystem gelernt hat, kann es auch wieder verlernen. Für mich ist das der Game Changer in der Schmerz- und Symptomforschung der letzten Jahrzehnte. Denn es bedeutet: Du bist nicht kaputt, und du bist deinen Beschwerden nicht ausgeliefert.

Neuroplastisch heißt: erlernt. Und was erlernt ist, lässt sich verändern.

Was diese so unterschiedlichen Beschwerden gemeinsam haben

Ohrgeräusche, Müdigkeit und ein nervöser Darm wirken auf den ersten Blick, als hätten sie nichts miteinander zu tun. Sie haben aber denselben Ursprung: Sie entstehen im Nervensystem und werden von ihm aufrechterhalten.

Dass sie bleiben, liegt an Mechanismen, die sich unbemerkt einschleifen:

Jeder dieser Mechanismen sendet dem Nervensystem dieselbe Botschaft: Hier stimmt etwas nicht, bleib wachsam. Und genau das hält den Alarm am Laufen.

Angst-Symptom-Kreislauf: Symptom, Angst und Anspannung, Alarm im Nervensystem, innerer Druck – und zurück zum Symptom. Angetrieben von Perfektionismus, Selbstkritik, Grübeln und Sorgen, Aufopferung, Kontrollverhalten und ständigem Scannen. Perfektionismus Selbstkritik Grübeln & Sorgen Aufopferung Kontrollverhalten ständiges Scannen Symptom Angst & Anspannung Alarm Innerer Druck
Der Angst-Symptom-Kreislauf: Das Symptom erzeugt Angst und Anspannung, das Nervensystem geht in Alarm, innerer Druck baut sich auf – und das Symptom meldet sich wieder. Angetrieben wird der Kreislauf von Mustern wie Perfektionismus, Selbstkritik, Grübeln und Sorgen, Aufopferung, Kontrollverhalten und ständigem Scannen.

Zentrale Sensibilisierung: warum die Lautstärke oben bleibt

Für das, was dabei passiert, gibt es einen Fachbegriff: zentrale Sensibilisierung. Gemeint ist, dass dein Nervensystem Signale nicht mehr dämpft, sondern verstärkt. Es hat die Lautstärke hochgedreht – und dreht sie nicht wieder herunter, auch wenn der Anlass längst weg ist.

Das erklärt drei Dinge, die sonst keinen Sinn ergeben:

Derselbe Reiz, zwei Einstellungen: Bei normaler Verarbeitung kommt eine leise Meldung an, bei zentraler Sensibilisierung eine laute – obwohl der Reiz unverändert ist. DERSELBE REIZ VERARBEITUNG WAS DU SPÜRST Ein gesundes System kaum etwas Nach der Sensibilisierung deutlicher Schmerz
Der Reiz ist in beiden Fällen gleich – ein leichter Druck, eine Bewegung, ein ganz normaler Tag. Verändert hat sich nur, wie laut dein Nervensystem ihn weitermeldet. Deshalb ist „mehr Schmerz“ kein Zeichen für „mehr Schaden“.

Die Schmerzforschung hat daraus inzwischen eine eigene Kategorie gemacht. Die Internationale Schmerzgesellschaft IASP hat 2017 den noziplastischen Schmerz als dritte eigenständige Schmerzart anerkannt – neben dem gewebebedingten und dem nervenbedingten Schmerz. Gemeint ist genau das: Schmerz, der weder durch eine Gewebeschädigung noch durch einen Nervenschaden ausreichend erklärt wird, sondern durch die veränderte Verarbeitung selbst. Seit 2021 gibt es dafür klinische Kriterien (Kosek u. a., 2021; Fitzcharles u. a., 2021). Zu den Mechanismen der zentralen Sensibilisierung gibt es eine aktuelle Übersicht im Lancet Rheumatology (Nijs u. a., 2021). Und mit der ICD-11 hat die Weltgesundheitsorganisation den chronischen primären Schmerz eingeführt: chronischen Schmerz als eigenständige Erkrankung, nicht nur als Symptom einer anderen (Treede u. a., 2019).

Das ist die vielleicht wichtigste Information auf dieser Seite: Was du erlebst, ist seit Jahren offiziell anerkannt – mit Namen, mit Kriterien, mit eigener Diagnose. Wenn dir trotzdem gesagt wurde, es sei nichts zu finden, dann fehlte nicht der Befund. Es fehlte der Rahmen, in den er gehört.

Und die gute Nachricht steckt im selben Satz: Was hochgedreht wurde, lässt sich auch wieder herunterdrehen. Genau daran arbeite ich. Mehr dazu, wie es überhaupt so weit kommt, steht unter Warum ausgerechnet ich?

Selten bleibt es bei einer Beschwerde

Das ist bei jedem Menschen anders. Manchmal ist es eine einzige Beschwerde, manchmal sind es mehrere oder fast alle. Sie müssen nicht gleichzeitig auftreten – oft wechseln sie sich ab.

Bei manchen stehen die Ohrgeräusche im Vordergrund, bei anderen die Müdigkeit oder der nervöse Darm. Nicht selten überlagert sich das. Und welches Symptom gerade am stärksten ist, bekommt die meiste Aufmerksamkeit – was es wiederum verstärkt.

Gerade dieses Wechseln und Überlagern ist ein Hinweis. Ein Schaden an einer bestimmten Stelle würde nicht von einem Organ zum nächsten wandern.

Viele Beschwerden, viele Fachärzte – und keiner sieht das Ganze

Wer mehrere dieser Beschwerden hat, geht meist den naheliegenden Weg: mit jeder zum passenden Facharzt. Mit dem Schwindel zum HNO-Arzt, mit den Schmerzen zum Orthopäden, mit der Erschöpfung zum Hausarzt, mit dem Darm zum Gastroenterologen, mit den Ängsten zum Psychotherapeuten.

Jeder schaut sich seinen Teil an – und macht das für sich genommen vielleicht sogar gut. Ein vollständiges Bild entsteht so aber nie, solange niemand den Zusammenhang kennt. Denn in diesen Fällen hängt alles am selben Punkt: am Nervensystem.

Im Einzelfall kann es helfen, jedes Symptom für sich zu behandeln. Bringt das aber nichts, kann es das Problem sogar verstärken. Man geht von Praxis zu Praxis, jeder sagt etwas anderes, nichts passt zusammen – und genau dieses Hin und Her hält den Alarm aufrecht. Die Beschwerden verfestigen sich, statt nachzulassen.

Grafik: Symptome eines überreizten Nervensystems – von Schmerzen und Schwindel über Tinnitus und Erschöpfung bis zu Verdauungsproblemen und innerer Unruhe
So zeigt sich ein aktiviertes Alarmsystem im Körper: unterschiedliche Symptome, derselbe Mechanismus – nicht alles gleichzeitig und nicht bei jedem gleich.Grafik mit KI erstellt

Unterschiedliche Symptome – derselbe Mechanismus. Nicht alles tritt gleichzeitig auf, und nicht bei jedem gleich. Die Liste der Beschwerden, hinter denen ein überreiztes Nervensystem stecken kann, ist deutlich länger, als die meisten vermuten:

Bewegungsapparat

  • Rücken- und Nackenschmerzen
  • Schmerzen in Schultern, Armen, Hüften, Knien oder Beinen
  • Fibromyalgie
  • Myofasziale Schmerzen
  • Chronische Sehnenbeschwerden, Mausarm
  • Fersen- und Fußschmerzen
  • Steißbeinschmerzen
  • Beschwerden nach einem Schleudertrauma
  • CRPS

Kopf, Gesicht, Kiefer

  • Spannungskopfschmerz und Migräne
  • Kiefergelenkbeschwerden (CMD)
  • Gesichtsschmerzen
  • Brennen im Mund
  • Beschwerden nach einer Gehirnerschütterung

Sinne und Nerven

  • Tinnitus
  • Schwindel und Unsicherheit (PPPD)
  • Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühl ohne neurologischen Befund
  • Überempfindlichkeit gegenüber Berührung, Geräuschen, Licht oder Gerüchen
  • Gehirnnebel, Konzentrationsprobleme

Bauch, Becken, Blase

  • Reizdarm
  • Chronische Bauchschmerzen
  • Reizblase und Blasenschmerzsyndrom
  • Beckenschmerzen und Beckenbodenbeschwerden
  • Schmerzen im Intimbereich

Energie, Schlaf, Kreislauf

  • Anhaltende Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Herzrasen beim Aufstehen (POTS)
  • Kloßgefühl im Hals
  • Atembeschwerden oder chronischer Husten ohne Befund
  • Innere Unruhe

„Kann“ heißt nicht „ist“. Jede dieser Beschwerden kann auch eine organische Ursache haben. Deshalb gilt immer dieselbe Voraussetzung: Die Bildgebung zeigt keinen Tumor, keine Infektion, keine entzündliche Erkrankung und keinen Bruch, und die neurologische Untersuchung ist unauffällig. Zusammengestellt nach den Übersichten von Dr. Howard Schubiner, dem Programm „Freedom from Chronic Pain“ und der Psychophysiologic Disorders Association.

Erschöpfung ist dabei kein Zeichen von Schwäche. Oft ist sie ein Zeichen von Dauerstress im Nervensystem.

Manche dieser Beschwerden haben inzwischen einen eigenen Namen

Wer lange hört, es sei „nichts zu finden“, zieht daraus oft den Schluss, das eigene Problem sei nicht echt. Dabei hat die Medizin für einige dieser Zustände längst eigene Diagnosen.

Anhaltender Schwindel: PPPD

Der anhaltende postural-perzeptive Schwindel (englisch „Persistent Postural-Perceptual Dizziness“) ist seit 2017 international definiert und in der ICD-11 unter AB32.0 als funktionelle Gleichgewichtsstörung eingeordnet. Gemeint ist Schwindel oder Unsicherheit über mindestens drei Monate, ohne dass ein Schaden am Gleichgewichtsorgan das erklärt. In spezialisierten Schwindelambulanzen gehört er zu den häufigsten Diagnosen.

Reizdarm

Das Reizdarmsyndrom gilt als funktionelle Darmerkrankung: Die Beschwerden sind real und oft erheblich, ohne dass sich eine Entzündung oder ein Gewebeschaden als Ursache findet.

Wie es bei chronischen Schmerzen aussieht, habe ich hier beschrieben. Das Muster ist dasselbe: Anhaltende Beschwerden sind als Erkrankung anerkannt – auch dann, wenn kein struktureller Befund vorliegt.

Ein Wort zur Verdauung – und zum Darm

In meiner Praxis ist der Reizdarm fast nie das Hauptthema. Er kommt mit. Menschen kommen wegen ihrer Schmerzen oder wegen der Erschöpfung – und erzählen nebenbei, dass auch die Verdauung seit Jahren verrücktspielt.

Das Muster ist dabei fast immer dasselbe: Man prüft jedes Lebensmittel. Dieses verträgt man nicht, jenes auch nicht. Man probiert eine Ernährungsform nach der anderen. Eine Zeit lang funktioniert es, man denkt, man hat den Schlüssel gefunden – und dann kommt eine Situation, in der man doch wieder reagiert. Danach ist die Verunsicherung größer als vorher.

Dafür gibt es einen Grund: Dein Darm hat ein eigenes Nervensystem. Fachleute nennen es das enterische Nervensystem, im Alltag heißt es Bauchhirn. Es umfasst mehrere Hundert Millionen Nervenzellen, steuert die Verdauung weitgehend selbstständig und steht über den Vagusnerv in ständigem Austausch mit dem Gehirn (Furness 2012).

Beim Reizdarmsyndrom findet sich keine Entzündung und kein Gewebeschaden. Was sich zeigt, ist eine erhöhte Empfindlichkeit der Wahrnehmung: Reize, die andere gar nicht bemerken, werden als Schmerz, Druck oder Krampf gemeldet (Enck et al. 2016). Das ist derselbe Mechanismus, den du von den anderen Beschwerden auf dieser Seite kennst – nur eben im Bauch.

Dazu passt, was die Forschung zur Behandlung zeigt: Verfahren, die am Nervensystem ansetzen statt am Darm, können bei Reizdarmbeschwerden helfen. Für die darmbezogene Hypnotherapie liegt eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse vor (Schaefert et al. 2014).

Und noch etwas gehört zu diesem Muster: die Angst vor dem Essen selbst. Wer ein paar Mal nach einer Mahlzeit Beschwerden hatte, fängt an zu meiden. Erst ein Lebensmittel, dann eine ganze Gruppe, irgendwann das Essen mit anderen. Das ist keine Marotte – das ist genau die Reaktion, die man von einem Nervensystem erwarten würde, das gelernt hat, Gefahr zu erwarten.

In der Forschung hat dieses Phänomen inzwischen einen Namen und einen Fragebogen: Ein Team um Hana Zickgraf hat die Fear of Food Questionnaire entwickelt und dafür über tausend Menschen mit Reizdarm und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen befragt (Zickgraf et al. 2022). Noch deutlicher wird es bei der Angst vor den Beschwerden selbst: Die sogenannte magen-darm-bezogene Angst gilt als zentraler Faktor beim Reizdarmsyndrom – nicht als Nebenwirkung, sondern als Teil des Mechanismus (Labus et al. 2007).

Damit schließt sich der Kreis zu dem, was Howard Schubiner und Alan Gordon beschreiben: Die Angst vor dem Symptom hält das Symptom am Leben. Beim Rücken ist es die Angst vor der Bewegung, beim Darm die Angst vor dem nächsten Bissen. Der Mechanismus ist derselbe – und deshalb führt auch der Weg heraus über dieselbe Richtung: dem Nervensystem beibringen, dass keine Gefahr besteht.

Und manchmal steckt dahinter etwas erstaunlich Banales. Dein Nervensystem lernt ununterbrochen mit, was zusammengehört – auch dann, wenn gar kein echter Zusammenhang besteht. Ein Kind sitzt am Tisch und isst Paprika, während die Eltern sich anschreien. Vielleicht wird es selbst angeschrien. Der Körper ist in diesem Moment im Alarm – und abgespeichert wird beides zusammen: Paprika und Gefahr. Jahre später wird einem von Paprika schlecht, und niemand kann erklären, warum.

Das ist keine Küchenpsychologie, sondern eine der am besten untersuchten Lernformen überhaupt. Im Labor lässt sich genau das herstellen: Koppelt man einen neutralen Reiz mit einem schmerzhaften Reiz im Bauch, reagiert das Gehirn anschließend schon auf den neutralen Reiz allein – messbar, obwohl am Darm nichts passiert (Icenhour et al. 2017). Aus dem Alltag kennt man dasselbe Prinzip von Menschen in Chemotherapie, denen schon auf dem Weg in die Klinik übel wird – lange bevor ein Medikament fließt (Kamen et al. 2014).

Für dich heißt das: Die Reaktion ist echt. Du bildest dir nichts ein. Nur liegt die Ursache nicht im Lebensmittel, sondern in einer Verknüpfung, die dein System irgendwann einmal gelernt hat – und Gelerntes lässt sich verändern.

Und es geht nicht nur um den Reizdarm. Dieselben Zusammenhänge sehe ich bei Verdauungsbeschwerden allgemein: Blähbauch, Krämpfe, wechselnder Stuhlgang, Unverträglichkeiten, die mal da sind und mal nicht.

Dass dabei unverarbeitete Gefühle und innere Konflikte eine Rolle spielen, ist in der Osteopathie seit Langem Thema. Der viszerale Osteopath Jean-Pierre Barral beschreibt in Die Botschaften unseres Körpers, wie eng die Organe und das emotionale Erleben zusammenhängen – und wie stark beides sich gegenseitig beeinflusst. Das deckt sich mit dem, was ich in der Praxis sehe.

Für ein Nervensystem im Daueralarm ist das kein Widerspruch, sondern dieselbe Geschichte: Was nicht verarbeitet wird, bleibt als Spannung im System. Und der Bauch gehört zu den Orten, an denen viele Menschen das als Erstes bemerken.

Das erlebe ich in meiner Arbeit immer wieder: Sobald wir am Nervensystem ansetzen, verändern sich auch die Verdauungsbeschwerden – selbst dann, wenn sie nie das eigentliche Thema waren. Ein Versprechen ist das nicht, jeder Verlauf ist anders. Aber es ist ein Muster, das ich kenne.

Was vorher geklärt sein muss: Anhaltende Verdauungsbeschwerden gehören zuerst ärztlich untersucht – besonders bei Blut im Stuhl, ungewolltem Gewichtsverlust, Fieber, Blutarmut, Beschwerden, die dich nachts wecken, oder wenn sie nach dem 50. Lebensjahr neu auftreten. Das gilt immer und für jede Beschwerde auf dieser Seite.

Ist das geklärt, stellt sich die eigentliche Frage. Und da setze ich an: nicht am Darm allein, sondern an dem System, das ihn steuert. Wenn der Darm Teil eines Nervensystems im Daueralarm ist, bringt es selten etwas, ihn isoliert zu behandeln – deshalb schaue ich mir an, was dein Nervensystem insgesamt gerade tut.

Woran du erkennst, ob dein Nervensystem beteiligt ist

Zuerst gehört alles ärztlich abgeklärt. Wenn dabei nichts Strukturelles gefunden wird – keine Entzündung, keine Schädigung –, ist das bereits ein wichtiger Hinweis.

Dazu kommen Anzeichen, die du selbst beobachten kannst. Den Zusammenhang zu erkennen, muss man allerdings oft erst lernen – er ist nicht immer sofort offensichtlich:

Wenn Beschwerden kommen und gehen, ist das Gewebe nicht dauerhaft geschädigt. Ein Schaden macht keine Pause.

Warum du dich vielleicht nicht ernst genommen fühlst

Weil oft nichts Handfestes im Raum steht. Es gibt keine klare Diagnose, die das Problem erklärt – und dann landet man schnell in der psychosomatischen Ecke. Das hilft nur bedingt weiter und ist oft frustrierend, weil psychosomatische Beschwerden gesellschaftlich schnell missverstanden werden: als eingebildet, als übertrieben, als Schwäche.

Typische Sätze, die viele kennen:

Die Folge: Man ist verunsichert, geht immer wieder zum Arzt und hofft auf Klarheit. Und weil Ärzte und Therapeuten ohne Kenntnis dieses Themas nichts Handfestes anbieten können, fühlt man sich hilflos und allein gelassen – was den Alarm wiederum verstärkt.

Deine Beschwerden sind real. Dass kein Schaden gefunden wird, heißt nicht, dass nichts da ist. Es heißt, dass die Ursache woanders liegt.

Wenn Worte Beschwerden machen: der Nocebo-Effekt

Den Placebo-Effekt kennt jeder: Die Erwartung, dass etwas hilft, hilft tatsächlich. Weniger bekannt ist die Gegenrichtung – der Nocebo-Effekt. Die Erwartung, dass etwas schadet oder schlimm ist, macht es tatsächlich schlimmer. Beides sind messbare Vorgänge im Nervensystem, keine Einbildung (Colloca & Barsky, 2020, New England Journal of Medicine).

Und genau hier passiert in der Behandlung oft etwas Ungewolltes. Sätze wie diese hat fast jeder schon gehört:

Das Tückische daran: Viele dieser Sätze sind fachlich längst überholt. Ein Zusammenhang zwischen Haltung oder Sitzposition und Rückenschmerzen ließ sich in einer Übersicht über systematische Übersichtsarbeiten nicht belegen (Swain u. a., 2020; dazu Slater u. a., 2019). Abnutzungszeichen im Kniegelenk finden sich bei einem erheblichen Teil beschwerdefreier Erwachsener (Culvenor u. a., 2019), Risse in der Schultersehne ebenso (Minagawa u. a., 2013). Und die Bandscheibe, die angeblich „raus“ ist und draußen bleibt, bildet sich in der Mehrzahl der Fälle von selbst wieder zurück (Zhong u. a., 2017). Ausführlich habe ich das für den Rücken unter Rückenschmerzen ohne Befund aufgeschlüsselt.

Was gesagt wurde

„Ihre Bandscheibe ist kaputt.“

„Sie haben die Wirbelsäule einer Achtzigjährigen.“

„Seien Sie vorsichtig, sonst wird es schlimmer.“

Was genauso wahr gewesen wäre

„Der Vorfall bildet sich bei den meisten von selbst zurück.“

„Solche Bilder haben fast alle in Ihrem Alter – auch die ohne Schmerzen.“

„Bewegung ist das Beste, was Sie jetzt tun können.“

Für ein Nervensystem, das ohnehin auf Gefahr eingestellt ist, sind das keine Informationen. Es sind Gefahrenmeldungen. Und ein Alarmsystem, dem man Gefahr bestätigt, schaltet nicht ab – es schaltet hoch. Dazu kommt die Vermeidung: Wer glaubt, sein Rücken sei kaputt, bewegt sich vorsichtiger, und genau das macht die Beschwerden auf Dauer schlechter, nicht besser.

Niemand macht das mit Absicht. Die meisten Ärztinnen und Therapeuten sagen solche Sätze, weil sie ehrlich sein wollen oder weil der Befund nun einmal so aussieht. Nur ist ein Befund kein Urteil. Verschleiß findet sich auch bei Menschen ohne jede Beschwerde – und zwar bei sehr vielen.

Wie stark das wirkt, zeigt sich sogar dort, wo man es am wenigsten vermutet. In einer Studie bekamen Menschen, die wegen Muskelschmerzen ihr Cholesterinmedikament nicht vertrugen, abwechselnd das echte Mittel und ein Scheinmedikament – ohne zu wissen, was gerade was war. Die Beschwerden waren in beiden Phasen praktisch gleich stark (Kristiansen u. a., 2021). Die Schmerzen waren echt. Nur kamen sie nicht vom Medikament.

Die Diagnose als Etikett

Es macht einen Unterschied, wie dasselbe genannt wird. In einem Experiment bekamen Menschen denselben Rückenschmerz beschrieben – einmal als „Bandscheibendegeneration“, einmal als „unspezifischer Rückenschmerz“, einmal als „Episode von Rückenschmerzen“. Je bedrohlicher das Etikett klang, desto eher hielten sie Bildgebung, Spritzen oder eine Operation für nötig und desto schlechter schätzten sie ihre Aussichten ein (O'Keeffe u. a., 2022).

Derselbe Körper. Dieselben Beschwerden. Ein anderes Wort – und ein anderer Weg.

Der Befund als Urteil

Ein Bild zeigt, wie etwas aussieht. Es sagt nicht, woher der Schmerz kommt. Eine systematische Übersichtsarbeit hat Wirbelsäulenbilder von Menschen ohne jede Beschwerde ausgewertet: Zeichen von Bandscheibenverschleiß fanden sich bei 37 Prozent der Dreißigjährigen und bei 96 Prozent der Achtzigjährigen. Bandscheibenvorwölbungen bei 30 Prozent der Zwanzigjährigen und 84 Prozent der Achtzigjährigen (Brinjikji u. a., 2015). Diese Menschen hatten keine Schmerzen. Sie wussten nur nichts von ihrem Befund.

Und was passiert, wenn man es weiß? Bei Menschen mit akuten, arbeitsbedingten Rückenschmerzen wurde untersucht, wie es denen erging, die früh ein MRT bekamen – verglichen mit medizinisch vergleichbaren Fällen ohne frühe Bildgebung. Die Gruppe mit dem frühen MRT war am Ende länger arbeitsunfähig und wurde häufiger operiert (Webster u. a., 2013). Das Bild hat nichts am Rücken verändert. Es hat verändert, was die Menschen über ihren Rücken dachten.

Die Prognose als Prophezeiung

Besonders folgenreich sind Sätze über die Zukunft. „Das wird nicht mehr besser.“ „Mit vierzig ist das normal, da müssen Sie durch.“ „Irgendwann kommt die OP sowieso.“

Eine systematische Übersichtsarbeit hat untersucht, was die Erwartung eines Menschen am Anfang über seinen weiteren Verlauf aussagt: Wer bei akuten Rückenschmerzen nicht damit rechnete, wieder arbeiten zu können, blieb deutlich häufiger langfristig arbeitsunfähig (Hallegraeff u. a., 2012). Die Erwartung war dabei aussagekräftiger als manches, was im Befund stand.

Eine Prognose ist keine Vorhersage. Sie ist oft eine Mitursache.

Was in zwei Minuten gesagt wird, bleibt Jahre

Eine Untersuchung hat Menschen mit Rückenschmerzen gefragt, woran sie sich aus ihren Behandlungen erinnern. Das Ergebnis: Sätze von Ärztinnen und Therapeuten prägten noch Jahre später, wie die Betroffenen ihren Rücken sahen – wie zerbrechlich sie ihn hielten, was sie sich noch zutrauten, wovor sie sich fürchteten (Darlow u. a., 2013).

Für die eine Seite war es ein Nebensatz in einem Zehn-Minuten-Termin. Für die andere wurde er zur Überzeugung.

Und nicht nur die Worte – auch die Situation

Es sind nicht immer Sätze. Oft ist es das, was die Situation selbst erzählt:

Keine dieser Situationen enthält eine falsche Aussage. Und trotzdem lernt dein Nervensystem bei jeder einzelnen dasselbe: Hier kann mir niemand helfen. Und etwas stimmt nicht mit mir.

Irgendwann sagst du es dir selbst

Das ist der Teil, den ich in der Praxis am häufigsten sehe – und der am meisten übersehen wird. Nach ein paar Jahren brauchst du niemanden mehr, der dir sagt, dass dein Rücken kaputt ist. Du sagst es selbst.

„Ich habe halt einen schlechten Rücken.“ „Bei mir ist das chronisch.“ „Ich muss aufpassen.“ „Mein Körper macht nicht mehr mit.“ Diese Sätze laufen nicht einmal am Tag, sondern bei jeder Bewegung mit, oft ohne dass du sie bemerkst. Und sie wirken genauso wie der Satz des Arztes, nur dass sie jetzt von innen kommen – und es keinen Termin mehr braucht, um sie zu hören.

Dazu kommt das, was daraus folgt: Du bückst dich anders. Du lässt Dinge weg. Du prüfst morgens als Erstes, wie es sich heute anfühlt. Jede dieser Vorsichtsmaßnahmen ist für sich vernünftig. Zusammen sind sie eine tägliche Bestätigung für dein Nervensystem, dass die Gefahr noch da ist.

Woher diese Sätze kommen

Sie sind kein Zeichen von Unfähigkeit. Sie stammen aus einem Modell, das jahrzehntelang vernünftig schien: Der Körper ist eine Maschine, Schmerz ist die Anzeige eines defekten Teils, man muss das Teil finden und reparieren. Dieses Denken hat Großartiges geleistet – bei einem Bruch, einer Entzündung, einem Tumor ist es genau richtig.

Bei anhaltenden Beschwerden ohne klaren Befund führt es in die Irre. Denn dann sucht man weiter nach dem defekten Teil, findet Verschleiß, der auch bei Gesunden vorkommt, und erklärt damit einen Schmerz, der ganz woanders entsteht. Die Schmerzforschung hat diesen Schritt längst gemacht – mit dem noziplastischen Schmerz und der eigenen ICD-11-Diagnose. Nur dauert es, bis neues Wissen in der täglichen Praxis ankommt: Für den Weg von der Forschung in die Versorgung werden im Durchschnitt rund 17 Jahre veranschlagt (Morris u. a., 2011).

Wenn du also solche Sätze gehört hast, dann hat dir niemand etwas Falsches sagen wollen. Du bist einem Denken begegnet, das für deinen Fall nicht mehr der Stand der Dinge ist.

Warum Kommunikation Teil der Behandlung ist

Und daraus folgt etwas, das meiner Meinung nach in der Ausbildung viel zu wenig Platz hat: Wenn Worte den Verlauf mitbestimmen, dann ist die Art, wie mit Menschen gesprochen wird, keine Höflichkeit. Sie ist Behandlung.

Ein Befund kann korrekt sein und trotzdem Schaden anrichten, wenn er ohne Einordnung ausgesprochen wird. „Da ist ein Bandscheibenvorfall“ ist wahr – und unvollständig, solange nicht dazugesagt wird, dass es den bei vielen Beschwerdefreien auch gibt und dass er sich oft von selbst zurückbildet. Je besser wir verstehen, wie stark Erwartung und Sprache wirken, desto weniger lässt sich das als Nebensache behandeln.

Für dich heißt das vor allem eins: Du darfst nachfragen. Was bedeutet dieser Befund für meinen Alltag? Wie viele Menschen ohne Beschwerden hätten denselben? Was darf ich wieder tun? Wer dir darauf keine Antwort gibt, hat dir noch nichts gesagt – sondern nur etwas benannt.

Was daraus folgt

Niemand macht das mit Absicht. Die meisten Ärztinnen und Therapeuten sagen solche Sätze, weil sie ehrlich sein wollen oder weil der Befund nun einmal so aussieht. Und auch du redest nicht aus Schwäche so über dich, sondern weil du es jahrelang so gehört hast. Es geht hier um niemandes Schuld.

Aber es geht um etwas, das sich ändern lässt – und zwar ohne dass ein einziger Befund sich ändern muss. Deshalb ist das in meiner Arbeit oft einer der ersten Schritte: aufräumen, was über die Jahre an Sätzen hängengeblieben ist. Nicht schönreden, nicht wegdiskutieren. Nur einordnen, was ein Befund wirklich aussagt – und was du daraus gemacht hast.

Denn solange dein Nervensystem jeden Tag dieselbe Meldung bekommt, hat es keinen Grund, den Alarm abzustellen.

Was die Arbeit daran ausmacht

Im Prinzip ist es dasselbe wie bei Schmerzen, denn auch diese Beschwerden werden vom Nervensystem erzeugt. Es geht darum, dem Gehirn beizubringen, dass Signale, die man selbst als gefährlich einstuft, unbedenklich sind – weil nichts kaputt oder geschädigt ist.

Wer das nicht weiß und keine Belege dafür hat, bleibt im Alarm, weil er denkt, mit ihm stimme etwas nicht.

Trotzdem bringt jedes Symptom seine eigenen Herausforderungen mit. Bei Tinnitus ist es das Geräusch selbst oder eine laute Umgebung. Und auch wer seine Schmerzen gut in den Griff bekommen hat, tut sich oft schwer damit, die Müdigkeit anfangs nicht als Gefahr einzuordnen. Deshalb schauen wir uns jedes Symptom einzeln an: Was löst es aus, wie reagierst du darauf, und was hält es am Laufen?

Wie die Begleitung konkret abläuft, habe ich hier beschrieben.

Welche Muster und Gefühle hinter dem Alarm stehen können und warum darin eine Chance liegt, beschreibe ich auf der Seite Warum ausgerechnet ich?

Ein Wort zur Erschöpfung

Erschöpfung ist für mich keine Randerscheinung, sondern eines der häufigsten Zeichen eines Nervensystems im Daueralarm. Ein System, das dauerhaft Gefahr meldet, verbraucht Energie – auch dann, wenn äußerlich nichts passiert. Viele beschreiben es so: Der Akku lädt nachts nicht mehr auf.

Das erlebe ich in meiner Arbeit immer wieder: Wenn das Nervensystem aus dem Alarm kommt, verändert sich auch die Erschöpfung. Nicht über Disziplin und nicht über mehr Sport, sondern darüber, dass das System wieder Sicherheit erfährt.

Diese Sicht ist nicht neu. Der New Yorker Arzt John Sarno hat sie in den Achtzigerjahren populär gemacht – kontrollierte Studien hat er allerdings nie vorgelegt. Heute führen Howard Schubiner und Alan Gordon diesen Faden weiter und zählen anhaltende Erschöpfung ausdrücklich zu den Beschwerden, die ein überreiztes Nervensystem aufrechterhalten kann.

Und dafür gibt es inzwischen Belege. Schubiner hat gemeinsam mit dem Psychologen Mark Lumley ein Verfahren entwickelt, das genau hier ansetzt: die Emotional Awareness and Expression Therapy. In einer randomisierten Studie bei Fibromyalgie – einem Beschwerdebild, zu dem Erschöpfung fest dazugehört – war sie der klassischen Verhaltenstherapie überlegen (Lumley et al. 2017). Eine weitere randomisierte Studie bestätigte das 2024 (Yarns et al., JAMA Network Open). Nach demselben Prinzip arbeite ich.

Ein Wort zu ME/CFS. Erschöpfung und ME/CFS sind nicht dasselbe, und diesen Unterschied nehme ich ernst. Das Kernmerkmal von ME/CFS ist die Zustandsverschlechterung nach Belastung, die oft erst Stunden später einsetzt und Tage anhält. Die britische Gesundheitsbehörde NICE hat ihre Leitlinie 2021 überarbeitet und empfiehlt ansteigendes Aktivitätstraining ausdrücklich nicht mehr, weil Betroffene darunter Verschlechterungen erlebt haben (NICE-Leitlinie NG206).

Das heißt nicht, dass die Arbeit am Nervensystem dort nichts zu suchen hat – es heißt, dass sie anders aussehen muss. Kein Steigern gegen die Belastungsgrenze, kein Durchhalten, sondern innerhalb dessen, was dein System gerade trägt. Vorher gehört die Diagnose ärztlich geklärt. Danach entscheiden wir gemeinsam, ob und wie ein Weg sinnvoll ist.

In meiner Arbeit geht es nie darum, sich durchzubeißen. Vermeidung ist nicht der richtige Weg – Übergehen aber genauso wenig. Es geht darum, dem Nervensystem Sicherheit zu geben, nicht darum, es zu überfordern.

Wann zuerst eine ärztliche Abklärung nötig ist

Bei diesen Zeichen gehört die Abklärung zuerst in ärztliche Hände:

  • Plötzlicher Hörverlust oder ein plötzlich auftretender Tinnitus auf nur einem Ohr – sofort zum HNO-Arzt
  • Schwindel zusammen mit Seh- oder Sprachstörungen, Lähmungen oder Taubheit im Gesicht – das ist ein Notfall
  • Blut im Stuhl, Durchfall in der Nacht oder ungewollter Gewichtsverlust
  • Erschöpfung: vorher Blutbild, Schilddrüse, Eisen und Vitamin D prüfen lassen
  • Einbruch nach Belastung, der erst verzögert einsetzt und über Tage anhält
  • Herzrasen mit Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht – sofort ärztlich
  • Anhaltend gedrückte Stimmung oder Suizidgedanken – ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe zuerst

Diese Zeichen bedeuten: zuerst abklären lassen – nicht, dass diese Arbeit für dich grundsätzlich nicht infrage kommt. Ist die Ursache geklärt, kann sie auch dann der richtige Weg sein.

Wenn du erst einmal selbst weiterlesen willst

Der Arzt Dr. Howard Schubiner beschreibt in seinem Buch „Unlearn Your Pain“ ausführlich, welche Beschwerden neben Schmerzen auf ein überreiztes Nervensystem zurückgehen können – darunter Tinnitus, Schwindel, Reizdarm, Schlafstörungen und Erschöpfung. Von Alan Gordon, dem Begründer der Pain Reprocessing Therapy, stammt „The Way Out“. Beide Bücher sind ein guter Einstieg.

Und wenn du mehr über chronische Schmerzen wissen willst: Wer hilft bei chronischen Schmerzen ohne klaren Befund? und Immer noch Schmerzen, obwohl der Befund behandelt wurde.

Ausführlich zu einer einzelnen Beschwerde: Rückenschmerzen ohne Befund

Wenn du wissen willst, was bei dir dahintersteckt

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, wie sich deine Beschwerden verhalten, und ordnen sie ehrlich ein – auch dann, wenn der nächste Schritt ohne mich stattfindet.

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Paul Reinborn

Paul Reinborn

Physiotherapeut und sektoraler Heilpraktiker (Physiotherapie). Begleitet Menschen mit chronischen und neuroplastischen Beschwerden 1:1 online und in seiner Praxis in Baden-Baden.

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Zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2026